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Nicht dass ich im Springreiten bewandert wäre, aber dennoch hat mich eine Beobachtung, von der ich las, fasziniert. Sie besagt Folgendes: «Wenn eine Reiterin beim Springreiten die Barriere vor sich fixiert, läuft ihr Pferd bis zur Stange und bleibt stehen. Es verweigert den Sprung. Offenbar beugt sich die Reiterin eine Spur zu weit vor, solange sie auf das Hindernis vor sich schaut, und übt dadurch einen irritierenden Druck auf ihr Pferd aus. Schaut die Reiterin im Gegensatz dazu auf den Weg hinter der Stange, schaut sie in das Land hinter der Barriere hinein, dann richtet sie sich auf, und ihr Pferd springt.» Elisabeth Lukas, eine renommierte Psychotherapeutin, von der diese Beobachtung stammt, weist damit auf die grosse Bedeutung eines Zieles hin. Ein solches motiviert und lässt den Sprung über Hindernisse hinweg mit Mut und Kraft in Angriff nehmen.  

Weit bekannter als diese Beobachtung beim Springreiten ist der Spruch: «Der Weg ist das Ziel». So sehr diese Sicht auf das Leben in schwierigen Zeiten, in denen die Kraft für einen Weitblick fehlt, gelten mag, sosehr vernachlässigt sie aber das motivierende Ziel. Damit ein Weg überhaupt entstehen kann und man ihn begehen mag, braucht es das Wissen um ein Wohin. Auch unser Leben hat ein Ziel. Man stelle sich nur einmal vor, das Leben wäre ein Weg, der sich einfach so dahinschlängelt, ohne jemals irgendwo anzukommen. Ein Weg ohne Ziel ist sinnlos.  

Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung, ist das Ziel unseres Lebens wunderschön beschrieben. Dort heisst es:  

«Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen. Und ich hörte eine Stimme: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Gott wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Gott spricht: Seht, ich mache alles neu.»   

Ein Weg ohne Ziel ist sinnlos, genauso sinnlos ist ein Ziel ohne Weg. Deswegen sind diese Worte, die das Ziel des christlichen Lebens beschreiben, nicht als eine Vertröstung oder Beschwichtigung zu verstehen. Es geht nicht darum, bereits am Ziel angekommen zu sein, sondern sich für den Weg zu diesem Ziel zu stärken. Aus dem Wissen, wohin der Weg geht, wächst die Kraft, den Weg zu gehen. Es ist ein Weg, auf dem ich mich mit Freude, Fantasie und Mut einsetzen kann für eine Welt, in der Menschlichkeit, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung unseres schönen Planeten immer mehr Raum gewinnen. 

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