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Haben Sie schon einmal versucht, eine grosse Behörde oder einen Konzern anzurufen? Wer es versucht, wird zumeist weiterverbunden. Sie ertönt dann wieder, diese freundliche Stimme aus dem Computer: «Bitte warten. Legen Sie nicht auf!» − Das kann einen ungeduldig machen! Solch ein Warten macht einfach keinen Spass! Doch es gibt noch ein anderes Warten. Ein Ab-Warten. Ein Warten in der Gewissheit, dass die Dinge ihren guten Lauf nehmen werden. Ein Warten in Gelassenheit, weil ich davon überzeugt sein kann, dass sich am Ende alles zum Guten fügen wird.

Die Zeit des Advents empfiehlt uns ein Warten in Gelassenheit. Es geht um das Warten auf die Erfüllung einer uralten Sehnsucht der Menschen. Die Hoffnung nämlich, dass da ein Licht im Dunkel unseres Menschenlebens brennt, das sagt: Fürchte Dich nicht. Du bist nicht allein. Du darfst Dein Leben wagen! Christinnen und Christen glauben, dass diese Hoffnung sich in Jesus Christus erfüllt hat. Gott kommt in die Welt! Kommt er auch in unser Leben?

Dazu eine kleine Geschichte: Eines Tages, wahrscheinlich in einer kalten Winternacht, klopfte es laut an der Tür eines Mannes. Der Mann besass ein ziemlich grosses Haus. Vor der Tür stand eine Gestalt und sprach: «Ich möchte bei Dir wohnen. Hast du ein Zimmer frei?» − «Nein», sagte der Mann, «ich habe kein Zimmer frei. Da könnte ja jeder kommen!» – «Bitte», sagte die Gestalt vor der Tür, «nur eine kleine Kammer in Deinem Haus. Es wird Dir nicht zum Schaden sein!» − Da fiel dem Hausbesitzer ein, dass es ja noch die Besenkammer gibt: «Also gut, komm rein, die kannst Du haben!» – «Gut», sagte die Gestalt vor der Tür und zog in die Besenkammer ein. Am nächsten Tag stand der Gast in aller Herrgottsfrühe auf und ging zum Vermieter. «Du», sagte die Gestalt, «die Besenkammer ist mir zu klein. Ich will ein ganzes Zimmer!» – «Was? Ein ganzes Zimmer? Was fällt Dir ein?» – «Du hast Zimmer genug», antwortete der Gast, «Gib mir eins!» − Da konnte der Besitzer des Hauses nicht widersprechen, und er räumte in der oberen Etage ein Zimmer. Am nächsten Morgen stand der Gast wieder vor dem Bett seines Vermieters: «Das Zimmer ist mir zu klein. Ich möchte die ganze Etage!» − Der Vermieter war ausser sich: «Was? Zuerst nur die Besenkammer und jetzt die ganze Etage? Morgen vermutlich das ganze Haus?» − «Richtig», sagte der Gast, «denn ich will bei dir zu Gast sein in Deinem ganzen Haus!» Und der Vermieter wurde still und in der Tiefe seines Herzens sogar dankbar, weil er verstanden hatte, worum es ging. Worum es ging? Das verrät ein Vers aus dem Johannesevangelium. Dort sagt Jesus: Wenn einer mich liebt, wird er an mir festhalten. Und mein Vater und ich werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen (vgl. Joh 14,23).

Advent. Zeit des Wartens. Gott wartet, dass wir ihm nicht nur die Besenkammer unseres Herzens bereithalten. Er will unser ganzes Herz! Und wir? Warten wir auf ihn? Gewähren wir Einlass?

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