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Es war am Christkönigssonntag, mitten im November, als mir neu bewusst wurde, dass wir in der katholischen Liturgie immer am Ende des Kirchenjahres den erwachsenen Jesus feiern − als König. Und kaum eine Woche später beginnen wir, uns adventlich auf seine Geburt einzustimmen.

Vergessen wir zunächst alles Königliche und schwingen uns ein auf die jungen Eltern, die in den vorausgehenden neun Monaten einige Turbulenzen durchzustehen hatten. So zumindest entnehmen wir es den Berichten der Evangelisten. Die Entdeckung der Schwangerschaft! Ein Engel macht es der jungen Frau bewusst. Welch ein Schreck! Maria sagt Ja. Über Einzelheiten in der allernächsten Zukunft hat der Engel sie nicht in Kenntnis gesetzt. Aber sie hat Ja gesagt! Was nun? Maria macht sich auf zu einer älteren Verwandten, die ebenfalls zum ersten Mal schwanger ist. Sie werden die ganz konkreten Dinge zur Sprache gebracht haben, die beiden Frauen.

Josef, der Verlobte der jungen Maria, sieht sich nicht als Vater des Kindes. Das beschäftigt ihn bis in seine Träume hinein. Hier kommt ebenfalls ein Engel ins Spiel, sozusagen als Entscheidungshilfe: Er soll die junge Schwangere zu sich nehmen – trotz aller Bedenken.

Beide Engel deuten an, dass es sich um ein aussergewöhnliches Kind handeln wird. Aber letztlich bleibt alles vage.

Wir hingegen – im Blick zurück –, wir wissen mehr, nämlich dass die Geburt eines Königs bevorsteht. Aber dieses Königtum ist so anders als alles, was die Welt je gesehen hat. Das königliche Kind kommt in einem Stall zur Welt, wächst auf in einer Zimmermannsfamilie und scheint den Eltern durchaus auch Rätsel aufgegeben zu haben. Denken wir an den zwölfjährigen Jesus, der sich im Tempel mit Gelehrten unterhält, während die Eltern verzweifelt auf der Suche sind nach seinem Verbleib.

Und schliesslich steht der erwachsene Jesus gefesselt vor Pilatus und wird nach seinem Königtum befragt. Es sei nicht von dieser Welt, so antwortet Jesus (Joh 18,36). Aber genau das ist es ja, was er uns bringt, das Königliche aus der anderen Welt, das einen Platz, einen Sitz in unseren Herzen finden will. Ein Königtum, das sich in Sanftmut und Klarheit Stand verschafft gegen alles Verlogene; das bereit ist, im Leben den Kürzeren zu ziehen zugunsten der Wahrheit; das bereit ist, um der Gerechtigkeit willen Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen.

Der Alltag fordert uns heraus. Entscheidungen stehen an. Unser Herz ist im Zwiespalt. Doch irgendetwas sagt uns in diesen adventlichen Tagen:
Zögere nicht. DEIN KÖNIG KOMMT. Folge seiner Spur.

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