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Dieser Prophet wollte nicht, was er sollte.

Als Mensch vom Land, aus einer eher ärmeren und unterentwickelten Umgebung Ninives stammend, soll Jona – so hiess der Prophet – im Auftrag Gottes nach Ninive gehen, ausgerechnet in jene Stadt, die bekannt war für üppigen Reichtum und Wohlleben. Er soll den Leuten dort sagen, es sei höchste Zeit, sich von ihrem verschwenderischen Luxusleben zu verabschieden. Sonst drohe der Stadt der baldige Untergang.

Jona ist verärgert. Glaubt Gott eigentlich, diese wohlstandsverwöhnten Menschen würden je ihren Lebensstil verändern?

Jona macht sich auf den Weg, aber nicht nach Ninive. Er flüchtet in die entgegengesetzte Richtung. Mit einem Schiff will er weit übers Meer reisen, wo Gott ihn nicht mehr finden wird. So glaubt Jona. Auf dem Meer erhebt sich dann ein furchtbarer Sturm, Jona wird über Bord geworfen. Gott aber schickt einen riesigen Fisch, der den Propheten verschlingt und ihn irgendwo wieder ans Ufer spuckt. Im Bauch des Fisches hatte Jona angefangen zu beten, und nun weiss er: Es gibt nichts anderes, er muss nach Ninive. Er geht, widerwillig zwar, aber er schreit nun durch Ninives Gassen: Bekehrt euch, kehrt um zu einem bescheidenen Lebensstil, sonst erlebt ihr in 40 Tagen das Ende. Das endgültige Ende! – So hatte es Gott ihm aufgetragen.

Hier kommen wir an den Punkt der Geschichte, wo sie uns echt etwas angeht. Unter uns stehen zurzeit viele grosse und kleine Propheten auf, die uns in die Ohren schreien möchten: Kehrt um, ändert euren Lebensstil, sonst naht das Ende. In absehbarer Zeit! Wenn nicht für euch, dann spätestens für eure Kinder. Diese Kinder – sie heissen Greta, Jona und wie noch – sie lärmen und schreien bereits auf unseren Strassen und Gassen: Kehrt um! Denn wir möchten Zukunft und Leben!

Was in Ninive gelingt, das kann man sich für uns heute nur wünschen und erhoffen: Der mächtigste und einflussreichste Mann in der Stadt, nämlich der König, nimmt den Propheten  ernst, legt die königlichen Prachtgewänder ab, fordert die Leute auf, mit ihm zu fasten und umzukehren. Die Leute folgen ihrem König, und Gott nimmt zurück, was er angedroht hatte.

Jona hingegen vergräbt sich grollend in seiner Skepsis. Er will es nicht wahrhaben, dass Gott diesen verderbten Menschen Barmherzigkeit erweist. Untätig und nörgelnd am Stadttor sitzend verbringt Jona nun seine Tage.

Nörgeln ist einfacher als in uns selbst die königliche Seite zu aktivieren. Gott hat uns damit ausgestattet. Ihm, seiner Schöpfung und den jungen Menschen im modernen Ninive zuliebe.

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