Kundendienst: Tel. 056 203 22 33 kundendienst@dornbusch.ch

Immer, wenn ich den Begriff Marienmonat Mai höre, muss ich unwillkürlich an meine Heimatstadt denken. Ich stamme aus Werl, eine Stadt in Westfalen, im Bistum Paderborn. Und diese Stadt hat zwei Sehenswürdigkeiten – die Marienwallfahrtsbasilika und ein grosses Gefängnis, in dem Schwerverbrecher einsitzen. Wenn ich mich auf irgendwelchen Veranstaltungen vorstellen muss, dann sage ich daher oft: «Ich bin aufgewachsen zwischen der Muttergottes und dem Knast – und dabei ist eine ganz gesunde Mischung herausgekommen 

Was hier etwas scherzhaft ins Wort gebracht ist, hat für mich aber auch ein tiefere Bedeutung. Denn in einem jeden von uns ist doch immer beides vorhanden – das Gute und das Böse, das Helle und das Dunkle, das Heilvolle und das Gebrechliche, Gesundes und Krankes.  

Zu dem Gnadenbild in der Wallfahrtskirche in Werl, das den Titel Maria  Trösterin der Betrübten trägt, pilgern jährlich Tausende Menschen, um ihre Sorgen und Nöte, ihre Trauer, ihren Schmerz und ihre Bitten der Muttergottes anzuvertrauen und sie um ihre Fürsprache anzurufen. Für all diese vielen Menschen repräsentiert Maria die helle Seite, das Heile, das Gute, ja, das Heilige. Von ihr erwarten sich diese Menschen Trost und Hilfe. Zu ihren Füssen können sie ihr eigenes Dunkel, das Schwere, das Leidvolle «abladen» 

Maria – die Gnadenvolle, die Gesegnete, die Muttergottes – blieb in ihrem Leben jedoch trotz ihrer Auserwählung nicht von diesem Leid verschont – im Gegenteil. Sie musste das wohl Schlimmste erfahren und erleben, dass einer Mutter jemals zustossen kann: den Tod des eigenen Kindes. Wer, wenn nicht sie, könnte also Verständnis haben und mitfühlen können, wenn Menschen mit all dem kommen, was ihr Leben beschwert.  

In diesem Marienmonat Mai hat Papst Franziskus die Gläubigen auf der ganzen Welt aufgefordert, Maria inständig um ihre Fürsprache für ein Ende der Corona-Pandemie zu bitten. Menschen in unseren Städten, in unserer Nachbarschaft, ja in unseren Familien leiden – unter Isolation und Einsamkeit, unter der Krankheit und ihren Folgen. Und Menschen sterben, täglich und stündlich. Schliessen wir uns jetzt, in diesem Moment, der Bitte von Papst Franziskus an und beten gemeinsam mit ihm und mit vielen gläubigen Menschen:  

Gegrüsset seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.  

Amen. 

Share This