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Wellness - emotionale Ersatzgeborgenheit

Das Leben ist hart – wie gut, dass der urbane Mensch in seinem Dauerstress da auf seinen Wellnesstee zurückgreifen, oder sich eine kleine Auszeit im Spa gönnen kann. Die Wellnessindustrie produziert eine Atmosphäre emotionaler Ersatzgeborgenheit, ohne die wir offenbar den Alltag nicht mehr bewältigen können. In unserer Monatsserie im November beleuchten wir die Geschichte, die Arbeit, die Psychologie und das Geschäft rund um den schillernden Begriff «Wellness».

Teil 1: Vom Kurort zum Wellnessresort: Ein Wandel, dargestellt am Beispiel von Bad Ragaz

Er war ja immer ein bisschen kränklich, der grosse Dichter Thomas Mann. Nicht allzu erstaunlich, dass sich sowohl seine Romane vom «Tod in Venedig» bis zum «Zauberberg» und erst recht seine Tagebücher oft wie Kompendien zeittypischer Leiden ausnehmen. Er kannte sich da aus, sowohl bei den Patienten wie bei den Ärzten, selbstverständlich auch bei den Krankheiten und den dazu passenden Kurorten, in denen er oft genug zu Gast war. «Eine echte Leidenszeit» erlebte er dabei in Bad Ragaz ...

Teil 2: Wir wellnessen uns zu Tode

Gesundheit mit ihren Heilswegen Fitness und Wellness hat heute den Status einer Religion. Das lässt sich schon an der Sprache ablesen: Wir kennen die Götter in Weiss, den Yoga-Guru und die Wallfahrten zum Spezialisten. Und wer heute sündigt, hat bestimmt eine Crêmeschnitte oder Ähnliches gegessen. Weil wir nur noch gute Menschen sind, wenn wir gesund und schön sind, betreiben wir Fitness, Wellness und Schlimmeres, bis uns die Superfoods um die Ohren fliegen.

Teil 3: Die fürs Wohlsein sorgen ...

Mehr als 70 Gasthäuser werben auf einem Schweizer Tourismusportal als Wellnesshotels um ihre Kunden, und um die 60 öffentliche Badeanstalten auf dem Bäderportal als Thermal-, Heilbad oder Spa. Hinzu kommen all die selbstständigen Masseurinnen, Kosmetikerinnen und Wellnesstrainer, die man ebenfalls zur Branche zählen kann. Über den Daumen gepeilt ergibt das mehrere Tausend Menschen, die ihr Geld damit verdienen, dass andere Erholung vom Arbeitsstress suchen. Und es werden immer mehr. Berufe im Wellnessbereich sind «In». Aber wie gut geht es eigentlich jenen, die alles dafür tun, damit sich andere gut fühlen?

Teil 4: Wirtschaftsfaktor Wellness

Jetzt was Gutes für sich tun: Dafür geben weltweit immer mehr Menschen immer mehr Geld aus. Wellness gehört deshalb zu den am stärksten wachsenden Märkten. Mit 3,72 Billionen Franken im Jahr 2015 macht das Wellness-Business bereits 5,1 Prozent der Weltwirtschaft aus.

Diese und weitere Monatsserien finden Sie in der Rubrik Dossiers bei Digitalaboshop.com.

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