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Neulich fiel mir ein spannendes Büchlein in die Hand. Es heisst «Sterbenswörtchen» und birgt eine Sammlung sogenannter ‹‹Letzter Worte». Das also, was berühmte Leute auf dem Sterbebett zu aller Letzt geflüstert haben sollen. Wer in diesem Buch blättert, stösst auf Rührendes, aber auch Lustiges. Hängengeblieben bin ich bei Johann Wolfgang von Goethe, Dichter und Lebemann – Sie wissen schon. Der soll, so heisst es, am Ende seines Lebens einen Wunsch geäussert haben: ‹‹Mehr Licht!»

Das Lichtmess-Fest, das Christen dieser Tage begehen, greift den Wunsch des Dichters im Grunde genommen auf. Denn es geht ja darum, dass mehr Licht in diese Welt und auch in unser Leben kommt. Das ist sehr wichtig, denn die Menschen warten darauf, gerade in diesem Corona-Winter! Und tatsächlich: Jahreszeitlich gesehen kommt jetzt wirklich mehr Licht. Die Tage werden heller. Das zu erspüren kommt gut!

Doch dabei allein bleibt Lichtmess natürlich nicht stehen. Dass es draussen wieder heller wird, gut und schön. Aber da muss mehr sein. Und da ist auch mehr. Denn das Evangelium spricht von einem noch viel helleren Licht als dem der Sonne; von einem Licht, das in unsere Welt kommt, um alle Finsternis zu vertreiben. Und dieses hellste aller Lichter, das in unseren Herzen leuchten will, ist kein anderer als Jesus Christus selbst. Das wahre Licht ist in der Welt. Deshalb kann Simeon, von dem uns das Lukasevangelium ganz am Ende seiner Weihnachtserzählungen berichtet, mit dem kleinen Jesus im Arm in echter Freude rufen: Ich habe das Licht gesehen! Das Licht, das Du, Herr, vor allen Menschen erstrahlen lässt: ‹‹ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für Dein Volk Israel» (Lk 2,32).

Licht ermöglicht Übersicht. Es lässt den richtigen Weg finden. Von der Orientierungskraft des Lichtes zeugen seit Jahrtausenden die Lichtsignale, die es in der Seefahrt bis auf den heutigen Tag noch gibt. Gar nicht anders ist es mit dem Licht Gottes, das in Jesus zu uns kommt. Sein Licht hilft uns, die richtigen Wege durch unser Leben zu gehen. Deswegen, weil es uns darauf hinweist, dass unser Leben ein Ziel hat, auf das hin wir vom ersten Tag unseres Lebens an unterwegs sind. Gottes Licht gibt Orientierung, es gibt unserem Leben Richtung und damit Sinn.

Gottes Licht ist kein kaltes Licht. Kein fahles Neonlicht. Nein, es ist heller als die Sonne, und es wärmt die Seelen der Menschen. Um nichts weniger geht es an Lichtmess: Dass Christinnen und Christen an einen Gott glauben dürfen, der es ernst mit uns Menschen meint. Dessen Liebe zu uns so unergründlich und unermesslich ist, dass wir ihr nur staunend und dankbar begegnen können: Du, Mensch, bist von Gott geliebt. Er will, dass Du das Leben hast. Sein Licht zeigt Dir den Weg. Sein Licht zeigt Dir die Wahrheit. Sein Licht schenkt Dir die Kraft, die Dich leben lässt. Was brauchen wir also? Ganz einfach: mehr Licht! Mehr von Gottes hellem Licht!

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