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Kennen Sie das? Da haben Sie etwas falsch gemacht, sich geirrt, vielleicht ein falsches Wort in einem Zusammenhang gebraucht, wo es nicht hingehörte, eine Behauptung aufgestellt, die prompt widerlegt wurde – oder was auch immer. Und dann kommt irgendwann der tröstende Kommentar: «Macht ja nichts, aus Fehlern lernt man.» Eine Binsenweisheit, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.  

Ich habe neulich auf eine ganz andere Weise erlebt, wie man aus Fehlern lernen kann.  

Ein kleines Mädchen war im Erstkommunionunterricht. Das Thema lautete: «Die Gaben des Heiligen Geistes». Die Kinder sollten auf ein Plakat schreiben, was sie meinen, wie der Heilige Geist wirke, was er in uns bewirke oder welche Gaben er uns schenke. Dieses Mädchen schrieb: «Gute Ideen!» – ja genau, mit zwei «n» am Ende. Kaum hatte sie es fertig geschrieben, sagte ein anderes Kind: «Ideen schreibt man aber nur mit einem n am Ende!» – Das Mädchen schaute auf das Plakat, zuckte die Schultern, nahm den Stift und sagte: «Dann male ich eben ein Herz über das falsche n.» Sprach es und tat es – und malte ein schönes Herz über das n. Ganz einfach, ganz leicht.  

Ich habe in diesem Augenblick bei mir gedacht: Wenn ich doch auch so einfach mit meinen Fehlern umgehen könnte: mich nicht ärgern, weder über mich selbst noch über den, der meinen Fehler aufgedeckt hat, mich nicht verteidigen müssen. Sondern einfach ein Herz darüber malen und den Fehler ausbessern.  

Vielleicht wäre es hin und wieder besser, mit den Schultern zu zucken und den Fehler mit einem Herzen zu versehen. Das sieht schön aus, und es muss niemandem peinlich sein.  

Ja, man kann aus Fehlern lernen – bei sich selbst und bei anderen; aber mehr noch kann man aus dem Umgang mit Fehlern lernen. Ich wünsche Ihnen und mir für die kommende Zeit diese Leichtigkeit im Umgang mit sich selbst.  

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