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Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Hier im Norden spüren wir das noch deutlicher als in anderen Ländern Europas. Bis 10 Uhr müssen wir elektrisches Licht brennen haben und manchmal schon ab 14 Uhr wieder einschalten. Wie sehr wir uns auf den Advent und die vorweihnachtliche Zeit freuen, wird daran deutlich, dass viele Menschen schon vor Beginn des 1. Advents überall im Haus Kerzen anzünden, Lichter aufstellen, die Häuser adventlich schmücken. So kommt etwas Helligkeit in die dunkle Zeit hinein. Und ausgerechnet jetzt, wo alle auf den Advent warten, kommt noch ein Fest im Kirchenjahr daher, das so gar nicht hineinpasst in diese Stimmung: das Christkönigsfest. Es wurde erst 1925 von Papst Pius XI. eingeführt, als überall auf der Welt Monarchien zusammenfielen und die Welt im Umbruch war. Es sollte deutlich machen: Auch wenn weltliche Herrschaften und Königtümer zusammenbrechen, so bleibt Jesus Christus doch der König der Welt.

Aber, so fragen Menschen oft: Warum ist dieses Königtum Jesu dann so wenig spürbar in unserer Welt, wo eine Naturkatastrophe die andere jagt, wo die Nachrichten von Terror und Gewalt berichten, wo Menschen einander so viel Unrecht antun? Warum scheint sich dieser «König Jesus» so wenig um seine Menschen zu kümmern?

Szenenwechsel: Vor zwei Wochen wurde in unserer Pfarrei ein achtjähriger Junge getauft. Der Priester hat in seiner Ansprache den Gläubigen die Würde der Taufe zu verdeutlichen versucht: In der Taufe erhalten wir Anteil an Christus, wir werden gesalbt zum Priester, König und Propheten. Nach der Messe lief der neugetaufte Junge vor den Altar, stellte sich auf die oberste Stufe und rief: «Ihr müsst jetzt vor mir niederknien, denn ich bin ein König!»

Ja, in Jesus Christus sind wir Könige, Mit-Könige. Das bedeutet aber auch, dass wir Mit-Verantwortung haben für Jesu Königreich des Friedens, der Liebe und der Gerechtigkeit. Von uns hängt es ab, ob wir uns dieser Königswürde würdig erweisen und sie nutzen zum Heil der Welt.

Manchmal sagen mir Menschen: Ob ich mich so oder so verhalte, ob ich gut oder gleichgültig handele, das ändert nichts am Lauf der Welt. Oder: Wenn ich mich ehrlich verhalte, wenn ich die Umwelt schone und anderen gegenüber fair bleibe, kommt ein anderer und tut das, was ich mir verboten habe. Zu Ende gedacht hiesse das: Eigentlich ist es gleichgültig, ob ich lebe oder nicht lebe, es gibt ja Millionen von anderen Menschen.

Das Christkönigsfest sagt uns: Durch Jesus Christus wird jeder Mensch zum König. Gerade auf dich kommt es an. Du bist wertvoll, wichtig, du bist ein König.

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