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Wer auf die Jagd geht, muss fit sein. Aber immer dann, wenn mir der Frieden abhandenkommt, fühle ich mich gar nicht fit. Im Gegenteil: Ich fühle mich mutlos und machtlos, voller Trauer über die friedlose Welt.  

In unserem Kloster haben wir in diesem Jahr ein Forum für Friedenskultur gegründet. Im August gab es dazu eine Woche mit verschiedensten Anlässen: Gespräche, Vorträge, Austausch, Film, Wanderungen … und das alles eingerahmt von einem fröhlichen, Mut machenden Konzert zu Beginn und am Schluss der Woche. Besonders die Sängerin beeindruckte mit ihren lebensfrohen, aber manchmal auch melancholischen Gesängen. 

Eine Woche der Friedenssuche! Unabhängig von unserer Suche führten uns die News in den Medien die Angst von Menschen vor Augen, die der drohenden Gefahr von Gewalt und Krieg zu entfliehen suchten. Wir hingegen bewegten uns in geschützten Räumen und stellten fest, dass es grosser Anstrengungen bedarf, in einer konfliktgeladenen Welt den Frieden herbeizuführen. Gibt es überhaupt irgendwelche Chancen für den Frieden? Im Kleinen vielleicht schon. Aber im Grossen? 

Suche Frieden, und jage ihm nach! So hat es der Beter schon vor ein paar tausend Jahren im Psalm 34, Vers 15 gesagt und gesungen. Er hat offenbar gute Erfahrungen gemacht mit der Jagd nach Frieden, denn der ganze Psalm ist ein Loblied auf Gott, der letztlich die Seinen schützt, ihr Schreien hört, sie ihren Ängsten entreisst und ihr Angesicht wieder leuchten lässt. 

Ein Trost für mich im Alltag, wo ich um Frieden ringe und müde bin vom Jagen? Ich sinke ab in Resignation, mein Angesicht verfinstert sich. Denn ich finde nicht wirklich zur Ruhe.  

In unserer Friedenswoche bin ich vielen ganz unterschiedlichen Menschen begegnet. Sie kamen aus der Diplomatie, aus Einsätzen in Kriegsgebieten, arbeiteten als Therapeuten, als Seelsorgerinnen oder in der Politik. Alle wussten um Erfahrungen von erfolglosem Jagen in ihrem Friedensbemühen. Trotzdem verbreitete sich im Haus der Tagung eine gewisse gelassene Heiterkeit. Hier waren Menschen zusammengekommen, die etwas getan hatten für den Frieden und die diesem Frieden auch weiterhin nachjagen wollen. Das stiftete eine friedvolle Atmosphäre. 

Es war einer der Hauptreferenten, ein Mann mit diplomatischen Erfahrungen in Kriegs- und Krisengebieten, der uns Mut machte mit seiner Aussage: Es sind die kleinen Friedensprojekte an der Basis, die einen möglichen Erfolg auf der politischen Bühne vorbereiten. 

Und da wollen wir die Arme sinken lassen? 

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