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Julius Caesar bestimmte im Jahre 46 v. Chr. den 1. Januar als Jahresanfang. Er löste damit den 1. März als Jahresbeginn ab. Nach der alten Zählweise wäre der September eben der siebte (und nicht der neunte) oder der Dezember der zehnte (und nicht der zwölfte) Monat. Der Januar hat seinen Namen vom römischen Gott Janus, der Gott des Anfangs und des Endes, der doppelgesichtig dargestellt sowohl rückwärts als auch vorwärts blickt.

Der Jahreswechsel hat somit keine christlichen Wurzeln. Was an Brauchtum vorhanden ist, hat mit dem Weihnachtsfestkreis zu tun oder geht auf älteres, vorchristliches Brauchtum zurück.

Silvester − Neujahr: Dieses Jahr wird wohl Corona-bedingt anders gefeiert. Glockenklang, Feuerwerk, Höllenlärm etc. mal nicht im Massentaumel. Die heutigen Rituale erinnern kaum noch an Vertreibung von bösen Mächten oder Beeinflussung des Wetters im kommenden Jahr, und doch steckt unbewusst in allem die Erwartung, dass das neue Jahr uns Glück bringen werde, und darum soll es gebührend begrüsst werden.

Der Kirchenvater Augustinus sagte: «Wie der Anfang, so das Ganze.» Der Glaube, dass Form und Art eines Neubeginns den Rest prägen, ist uralt und auch heute noch lebendig. Seit neuerer Zeit gilt darum der Neujahrstag als Weltfriedenstag.

Neujahrsempfänge bis hinauf ins Bundeshaus sind Gelegenheiten, Glücks- und Friedenswünsche zu überbringen. Dasselbe wollen die Weihnachts- und Neujahrskarten, die zuhauf ausgetauscht werden. Man bemüht sich um einen guten Anfang, damit der Fortgang ebenso glücke.

Dafür stehen auch die Glückssymbole: das Schwein, der Glücksrappen, das Hufeisen, das vierblättrige Kleeblatt und der Schornsteinfeger. Sie gehören auch heute noch zur Tisch- oder Tortendekoration oder lassen sich auf Neujahrskarten finden. Die Münze ist bloss «Teil des Ganzen» (pars pro toto) und soll Reichtum symbolisieren. Ein vierblättriges Kleeblatt ist eher eine Seltenheit; wer es findet, muss auch Glück haben. Das Schwein hingegen hat mit dem Kartenspiel zu tun. Auch hier braucht es Glück, um zu gewinnen. Bisweilen wird die höchste Karte, die sticht, das As «Sau» genannt. Das Hufeisen muss die Öffnung nach oben haben, sonst fällt das Glück heraus und man verliert es!

«Wie der Anfang, so das Ganze», sagte Augustinus. Auch wenn der Jahreswechsel kein Fest mit tieferer religiöser Bedeutung ist, so wird uns doch bewusst, dass etwas zu Ende geht und eine noch unbestimmte Zukunft beginnt. Es ist ein Moment, der mich an mein eigenes Schicksal erinnert: Auch mein Leben wird enden und neu beginnen. Der Jahreswechsel erinnert so an den Lebenswechsel: ans Sterben und Auferstehen. Darum wünschen wir uns ein gutes Leben, denn es ist der Anfang des Ewigen Lebens.

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