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Babettes Fest. Vielleicht kennen Sie diesen dänischen Film-Klassiker nach einer Novelle von Tanja Blixen. Er handelt von einer Französin, die vor den Revolutionswirren im Frankreich in das nördliche Jütland flüchtet. In einem pietistischen Pastorenhaushalt eines kleinen Dorfes findet sie freundliche Aufnahme als Köchin. Die eher kargen dänischen Mahlzeiten gewinnen langsam immer mehr an französischer Qualität. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt ermöglicht ein Lotteriegewinn es Babette, wieder nach Frankreich zurückzukehren. Doch zuvor möchte sie sich mit einem grossen Mahl bei der Dorfgemeinschaft bedanken. Die Zutaten, die dafür ins Dorf transportiert werden – Schildkröten, Wachteln, Champagner –, hat man dort noch nie gesehen. Streng pietistisch beschliesst man, die Einladung von Babette zwar anzunehmen, jedoch keine Zeichen des Genusses zu zeigen, um sich nicht zu versündigen. Vergeblich. Das wunderbare Essen verzaubert alle und lässt zerstrittene Dorfbewohner sich versöhnen. Als dann Babette verabschiedet werden soll, erfährt das Dorf, dass sie ihren ganzen Gewinn für das Festmahl ausgegeben habe und ja, dass sie gerne bleibe. Ein wunderbarer Film, der für mich auf bewegende Weise die zentralen Elemente einer Eucharistiefeier deutlich werden lässt.

Da ist am Beginn des Gottesdienstes die Haltung der Dankbarkeit. Die Haltung der Dankbarkeit hilft uns, den Blick auf unser Leben wieder zu weiten. Was hat in den vergangenen Tagen unser Leben bereichert? Was hat uns berührt? Was ist uns geschenkt worden?

Ich selbst werde bei diesem Blick zurück in Dankbarkeit auf vieles aufmerksam, was ich sonst so leicht übersehe oder als selbstverständlich nehme: Begegnungen mit Freunden, die herrliche Landschaft, in der ich im Kanton Zug lebe, vieles, was uns gelingt in unserem Zentrum für Spiritualität, verbunden mit der Einsicht, dass ich immer wieder an meine Grenzen gerate und auf Versöhnung angewiesen bin.

Dann, in der Wandlung, tragen wir Brot und Wein vor unseren Gott. Aber nicht nur Brot und Wein. Wir halten Gott auch unser Leben und unsere Welt hin. Etwa Situationen, mit denen wir uns schwertun. Oder Menschen, die uns zu tragen geben. Und wir bitten, dass Gottes lebendiger Geist mit den Gaben von Brot und Wein auch unser Leben verwandeln möge. Und so können wir unser ganzes Leben Gott anvertrauen. Aus unseren Händen geben.

Bei der Kommunion können wir dann mit geöffneten und leeren Händen die Eucharistie empfangen. Unser Herz und unsere Hände müssen immer wieder leer werden, um überhaupt neu empfangen zu können. Dann das Konsumieren. Jesus begegnet uns in den Gaben von Brot und Wein. Allein die sinnliche Wahrnehmung, das Verspüren und Verkosten, kann uns vergewissern, dass unser Glaube, unsere Christusbeziehung kein Hirngespinst ist, keine Phantasieübung, sondern reale Begegnung.

Unser Feiern der Eucharistiefeier: Gott lädt uns ein zu einem Gastmahl. Ein Mahl, das Versöhnung und Gemeinschaft stiftet. Und unser Gastgeber, der uns eingeladen hat, sagt uns seine bleibende Gegenwart zu.

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