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Stress will gelernt sein

Stress hat ein schlechtes Image – alle sind heute irgendwie gestresst und finden den Zustand unerfreulich; auf Dauer kann er sogar krank machen. Dabei kann Stress auch ein Lebensmotor sein. Was den «guten» vom «schlechten» Stress unterscheidet, erklärt der Autor Urs Willmann in seinem Buch «Stress – ein Lebensmittel».

Urs Willmann, gehören Sie zu diesen rastlosen, überambitionierten Zeitgenossen, die immer unter Strom stehen? Haben Sie deshalb ein Buch über die positiven Seiten von Stress geschrieben?
Ein Teil meiner Umgebung sieht mich so. Sie stellen fest, dass ich oft wenig Zeit habe, viel zu tun, dass ich im Stress bin und ständig auch noch mit Turnschuhen an den Füssen in der Gegend rumrenne. Was sie dabei aber übersehen: Ich liege auch extrem gerne auf der faulen Haut und tue in meiner Freizeit nichts lieber, als tagelang Romane zu lesen. Mein Buch habe ich geschrieben, weil ich diesen Wechsel von Ruhe und Action schätze. Ich liebe Tempowechsel, sie verschaffen mir schöne Stresserlebnisse. Und als ich bei der Recherche herausfand, dass Stress tatsächlich gesund sein kann, dass er das Leben verlängert und dem Wohlbefinden und der Schönheit zuträglich ist, da setzte ich mich dem Stress des Buchschreibens aus.

Was verstehen Sie unter Stress?
Im Prinzip ein System des Körpers für nicht alltägliche, ungewohnte Situationen. Im Speziellen für Extremsituationen. Wenn das Hirn eine bedrohliche oder zumindest belastende Situation wahrnimmt, schaltet es im Körper einen Hilfsmodus ein. Der befähigt ihn, mit erhöhter Leistung darauf zu reagieren. Sprich: Der Körper startet die Stressreaktion. Energiereserven aus den Speichern fliessen in die Blutbahnen, die Pupillen weiten sich, das Herz schlägt schneller – so sind wir bereit für Kampf oder Flucht.

Heute gehört es zum guten Ton, gestresst zu sein, da man sonst als schlaff und ineffizient gilt. Sogar in der Freizeit treiben es viele auf die Spitze. Wieso schalten diese Menschen nicht einen Gang runter?

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