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Aus meiner Woche

Das Glückskleidchen

Die Schweiz lag gegen Rumänien ein Tor im Rückstand. Gerade war es etwas langweilig geworden und ich blickte die Gasse hinunter. Eine Sekunde lang dachte ich: «Wow, was kommt denn da für eine schöne junge Frau!?» In der zweiten Sekunde realisierte ich: Das ist meine Tochter.

Umflattert von einem roten Abendkleid, das strahlende Gesicht umspielt von braunen Locken. Als sie an meinen Tisch trat, begannen die Menschen zu jubeln. Admir Mehmedi hatte in dem Moment zum Ausgleich getroffen. «Dein rotes Kleid war das! Du bist unser Glücksbringer!», riefen meine Freunde meiner Tochter fröhlich zu. Und das Strahlen in ihrem hübschen Gesichtchen, mit den Bäckchen, die sie immer zu voll und ich einfach wundervoll rund finde, wurde noch leuchtender.

Der Abend des Schweiz–Rumänien-Spiels war auch der Abend der Schulabschlussfeier meiner Tochter. Gleich nach dem Schlusspfiff ging es Richtung Aula. Das Kind, das vor über sechzehn Jahren so verletzlich und schrumpelig in mein Herz geplumpst ist, hat eine glänzende Abschlussnote erhalten, und leuchtete den ganzen Abend wie eine rote, kleine Sonne. Irgendwie tat es ein bisschen weh, dass die Schulzeit nun zu Ende ist. Aber irgendwie–und für einmal darf ich das sagen – war ich einfach nur stolz auf mein kluges und schönes Kind. An diesem Abend gehörte der Jubel ihr.

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