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Aus meiner Woche

Geht melancholisch himmlischer?

«Schöne Depression!» Das wünschte mir ein Redaktionskollege – sein Name sei geheim –, als er mich in die Ferien nach Venedig verabschiedete. Ich freute mich auf alles. Endlich mal wieder: stundenlang Zug fahren, in Mailand zittern, ob man den Anschluss erwischt, schweres Gepäck über Pflastersteine schleppen, kleinste Kanäle überqueren, sich auf der Suche nach dem Hotel verirren. Dann diese surreale Stadt, einst erbaut in Sumpf und Panik, heute unerreicht in ihrem Charme, allen Touristenmassen zum Trotz!

Bisher hat mir die Durchlauchteste dreimal Audienz gewährt, stets waren es magische Begegnungen: die durchwachten Sommernachtstunden vor zwanzig Jahren mit meinem Verflossenen auf dem Markusplatz. Wir waren jung, hatten kein Geld, brauchten nichts, also auch kein Hotel. Die drei Tage mit meiner Tochter vor sieben Jahren – sie hatte sich so gewünscht, die Stadt zu sehen, «die im Wasser steht». Sie staunte immerzu und wollte immerzu Pizza essen. In der Trattoria an einem modrig riechenden Kanal hatten wir einen Lachanfall – die Münder voller Spaghetti. Akute Grosskleckergefahr. Und nun die Novembertage mit einer Freundin. Zum ersten Mal war ich auf dem Campanile; das Panorama der Serenissima im Kaltgrau – eisig atemberaubend. Dann das düstere Paradies des Malers Jacopo Tintoretto im Dogenpalast. Geht melancholisch himmlischer?

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