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Aus meiner Woche

Leben als Extrempendlerin

Es ist ja so, dass es in den sogenannten Pendlerzeitungen – Sie wissen schon, die, die am Ende des Tages auf den Sitzen herumliegen – auch die beliebten Pendlerkolumnen gibt.

Da schreiben dann die Gewohnheitszugfahrenden von den vielen lustigen, ärgerlichen, erschütternden oder banalen Erlebnissen, die sie jeden Tag haben. Manchmal frage ich mich, welche Strecken man befahren müsste, um an so einen Geschichtenvorrat zu kommen. Ich selbst würde mich als Extrempendlerin bezeichnen, bin jeden Tag je zwei Stunden in je fünf Verkehrsmitteln unterwegs – Postauto, Regionalzug, S-Bahn, Intercity und nochmals Bus – um in die Redaktion und wieder nach Hause zu gelangen. Doch was erlebe ich? Fast nie etwas, das mir wert erschiene, irgendjemandem zu erzählen. Und dabei vertreibe ich mir die Zeit weder mit dem Smartphone noch mit dem Lesen philosophischer Schriften oder dem Schmökern in Schundromanen, nein, ich schaue meist zum Fenster hinaus oder betrachte die Mitreisenden. Ich beobachte die Müdigkeitsspuren in den morgendlichen Gesichtern, bin erfreut, wenn ich ein interessantes Garderobekonzept entdecke, und überlege mir, ob man an der Art, wie jemand im Sitz herumfläzt, wirklich auf Charaktereigenschaften schliessen kann.

Vielleicht ist man nach vier Jahren intensiven Pendelns auch nicht mehr so richtig begierig darauf, etwas Besonderes zu erleben. Ich für meinen Teil bin froh, einfach möglichst störungsfrei von A nach B zu kommen.

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