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Aus meiner Woche

Geschütztes Strandleben

Wenn man abends in Alicante den Strand entlang geht, ist es er so gut wie leer. Niemand ist hier. Ja, tagsüber, wenn die Sonne scheint und es warm ist, dann ist der Strand voll – und zwar voll mit Touristen. Die Einheimischen suchen den Strand in Alicante nicht gerne auf, denn sie kennen bessere Orte und grössere Strände, die nicht überfüllt sind. Die Touristen tun das nicht. Also gehen sie an den Strand von Alicante. Abends aber leert er sich. Hier gibt es ja auch nichts zu tun. Es hat weder Restaurants noch Bars – einfach gar nichts, ausser dem Strand und dem Meer natürlich. An Vollmondabenden kann man sehen, wie sich der Mond im Wasser spiegelt. Für einen romantischen Spaziergang eignet sich der Strand in Alicante also allemal.

Trotzdem fragt man sich: Warum gibt es hier nichts? An der Nachfrage kann es nicht liegen. Jeder ist doch gerne am Strand – auch nachts. Davon zeugen all die gut besuchten Bars an den anderen Stränden. Warum ist also in Alicante noch keiner auf die Idee gekommen, hier etwas aufzubauen? Um den Strande zu schützen, liess man mich wissen. Die Gemeinde erlaubt nicht, dass man dort etwas hinstellt, weil es den Strand zu sehr belasten würde. Irgendwie ist es beruhigend zu wissen, dass an manchen Orten der Naturschutz höher gewertet wird als der Profit, den man am Strand von Alicante durchaus erzielen könnte.

Florencia Figueroa

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift