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Aus meiner Woche

Alles andere als Theater

Vor ein paar Tagen habe ich Frau Schmitz kennengelernt. Eine unauffällige, fleissige Person, zu der es eigentlich nicht viel zu sagen gäbe – wenn sie nicht plötzlich Herr Schmitz geworden wäre. Just in dem Moment, als in ihrem Team bei der Arbeit jemand benötigt wird, der einen Kunden beeindrucken kann, wird Frau Schmitz zum Mann. Als später in der Firma jemand gebraucht wird, der sexuell belästigt werden kann, wird Herr Schmitz wieder zur Frau. Das klingt jetzt verwirrend und bedrückend, war aber ein intelligenter, unterhaltsamer Theaterabend. Vielleicht ein bisschen zu leicht und lustig, wie mein Begleiter monierte, der sich nicht ganz sicher war, ob wir eben einem Schwank beigewohnt hatten.

So geht es mir oft, wenn ich miterlebe, dass Frauen und ihre Leistungen diskriminiert werden. Ich schwanke zwischen Erschrecken und ungläubigem Lachen, denn noch nie habe ich eine gute Begründung dafür gehört, warum man jemanden aufgrund des Geschlechts benachteiligen soll. Vor dem Theater hatte ich eine andere Frau kennengelernt. Sie ist Theologin und arbeitet an der Theologischen Fakultät der Uni Zürich. Ihr Interesse gilt historischen Frauenfiguren, die noch weitgehend unerforscht sind. «Für so was haben wir kein Geld. Und wir haben Wichtigeres zu tun», hört sie oft, wenn sie um Mittel für ihre Forschung nachfragt. Leider ist das kein Schwank.

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