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Aus meiner Woche

Schlangenbiss

Die Kirchen der Pfingstbewegungen praktizieren im US Bundesstaat West Virginia ein sonderbares Ritual, das in allen andern Bundesstaaten verboten wurde: Schlangen-Anfassen. Es geht dabei nicht um harmlose Schlangen, sondern um gefährliche Giftschlangen. Gläubige berühren sie ohne Schutz, um ihren festen Glauben unter Beweis zu stellen. Wer an Gott glaubt, bleibt geschützt. Wer gebissen wird, ordnet sich Gottes Willen unter.

Die Nachrichtenagentur AFP hat eindrückliche Bilder solcher Schlangen-Messen veröffentlicht. Begründet wird das Schlangenritual mit dem Markusevangelium: «... wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden.» Das glaubt auch Chris Wolford von der Kirche «House of the Lord Jesus», der solche Schlangenrituale organisiert. Sein Bruder starb an einem Schlangenbiss – langsam und schmerzvoll, weil kein Arzt gerufen werden darf. Bereits sein Vater war Pastor dieser Kirche, gleich wie sein verstorbener Bruder. Die Gemeindemitglieder berühren nicht nur giftige Schlangen, sie trinken auch Gift. Da staunt man über den Menschen, was er von Gott alles erwartet.

Anton Ladner

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