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Aus meiner Woche

Nicht alle Henkel am Becher?

Umgerechnet 1200 Franken für einen Kaffeebecher bezahlt die US-Armee. Nicht für Generäle, sondern für gewöhnliche Soldaten. Das hat bei der Budgetberatung im US-Senat nun für heisse Köpfe gesorgt. Die US-Armee musste die Neuanschaffung begründen, die damit gerechtfertigt wurde, dass die Henkel der Kaffeebecher leicht brechen. Offenbar handelt es sich bei diesen Trinkbehältnissen um eine Hightech-Entwicklung. Die Becher lassen sich in Kampfjets direkt an die Stromversorgung anschliessen. So bleibt der Kaffee in Air-Force-Maschinen schön warm. Das ist tatsächlich eine Notwendigkeit, wenn man die Qualität des amerikanischen Kaffees berücksichtigt. Trinkbar ist er nur in heissem Zustand, weil dann der Geschmacksinn reduziert ist. Die Wärmebecher der Air Force haben aber einen Produktionsmangel. Der Plastikgriff gehe sofort kaputt, sobald ein Becher zu Boden falle, erklärte die Air Force. Für die Griffe gab es keinen Ersatz im Angebot – deshalb musste jeweils der ganze Trinkbecher für umgerechnet 1200 Franken ersetzt werden. Offenbar hat der Hersteller in dieser Tatsache ein grosses Geschäft entdeckt. Vor zwei Jahren kostete nämlich der gleiche Becher «nur» 700 Franken. Die Air Force versprach nun Abhilfe. Kürzlich sei es gelungen, teilte sie dem Senat mit, Ersatzhenkel im 3D-Druck herzustellen. Für rund 50 Rappen das Stück.

Anton Ladner

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift