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Aus meiner Woche

Entsorgen mit Strategie

Eine Bekannte von mir ist Hygienikerin mit besonders sonnigem Gemüt, deshalb nenne ich sie Sünneli.

Nun hat sie mir nach dem in dieser Zeitschrift erschienenen Interview mit dem Titel «Etwas mehr Kontakt mit Dreck ist gut» eröffnet, dass ihre Hygiene-Mission bis zum Abfallsack in der Küche reiche. Sünneli beschrieb mir detailliert, dass nach dem Essen Fleischabfälle in einem Plastiksack im Tiefkühler verschwinden. Verpackungen von Käse versiegelt sie mit Klebeband zu einem Klumpen, der in eine verschraubbare PET-Flasche gesteckt wird. Küchenabfälle legte sie in einem verschlossen Kompostsack in den Kühlschank zur Zwischenlagerung. Sämtliche Joghurtbecher werden von Sünneli ausgewaschen und gesondert gesammelt. Gleiches gilt natürlich für geöffnete Dosen. Und so sei der Abfall absolut geruchsfrei, weil alle möglichen Gerüche von Sünneli weggesperrt werden. Mit diesem Hygiene-Abfallprogramm benötigt Sünneli nur alle drei bis vier Wochen einen gebührenpflichtigen Abfallsack. Dann kommen die Geruchsleichen aus dem Gefrierfach und dem Kühlschrank mit einem strategischen Plan in den Abfallsack. Sünneli ist ganz stolz drauf, dass auch in diesem grossen Augenblick der finalen Entsorgung kein Geruch in ihre feine Nase steigt. Sie entlässt jeweils den Abfallsack aus ihrer Verantwortung mit dem herrlichen Bewusstsein, den geruchfreisten Abfall weit und breit deponiert zu haben.

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