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Die Kirche hat einen reichen Heiligenkalender. Er reicht zurück bis zu Adam und Eva. Und genau für diese beiden gilt der 24. Dezember, also der Heilige Abend, als Gedenktag.

 

Am Vorabend der Geburt Jesu besinnen wir uns auf das Paar, das am Anfang der Menschheitsgeschichte steht. Doch ich muss präzisieren: Adam und Eva stehen nicht am Beginn der Evolution, sondern am Beginn unserer jüdisch-christlichen Heilsgeschichte, welche uns sagt: Alles, was ward, wurde durch den Geist und die Weisheit eines Schöpfers. In dieser Schöpfung erfährt sich der Mensch als frei in seinen Entscheidungen, aber gleichzeitig als schwach und verletzlich, angedeutet durch den Paradiesesbaum und seine verführerische Frucht.

 

Adam ist der Mensch, der von der Erde genommen ist (Gen 2,7). Der Name Eva wird gedeutet als Mutter alles Lebendigen. Welch ein Titel!

Wir stehen an der Krippe mit Adam und Eva, denn wie Adam sind wir vom Staub der Erde genommen und werden dorthin zurückkehren. Wie Eva können wir – ob Mann oder Frau – Lebendigkeit weitergeben. Und wie unsere Stammeltern sind wir in der Lage, in Freiheit unsere Entscheidungen zu treffen. Doch in unserer Begrenztheit kommt es zu manchen Fehlentscheiden, denn nur Gott verfügt in seinem Tun über unbegrenzte Erkenntnis und Weisheit.

 

Dieser Gott lässt ein Kind auf die Welt kommen, so menschlich und unauffällig wie jedes andere Kind. Es ist aus dem gleichen Stoff gemacht wie Adam, aus Erde. Darüber kann auch der Engelsgesang auf Bethlehems Feldern nicht hinwegtäuschen. Maria wird Mutter eines Kindes, dessen wahre Lebendigkeit noch verhüllt ist. Welche Rolle wird das Kind in unserem Leben einnehmen?

 

Der erwachsene Jesus irritiert seine Zeitgenoss*innen, denn aus ihm sprechen Geist, Intelligenz und Weisheit, die über den sterblichen Adam hinausweisen in die Unsterblichkeit. Fassen wir es?

 

Wir sind und bleiben − als Menschen − mit ihm, dem Weihnachtskind, verwandt, blutsverwandt, erdhaft verwoben, global aufeinander verwiesen. COVID-19 macht es uns schmerzlich bewusst. Doch daraus kann auch Beglückung wachsen in der Sorge füreinander. Das verwandelt den Schmerz, richtet uns auf. Wir dürfen unsere Blicke erheben über Weihnachten hinaus ins neue Jahr 2021.

 

Was auch kommt, wir sind verwandt, verwoben, vernetzt mit einem göttlichen unsterblichen Kind.

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