Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

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  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

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  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte mein Friseur eine Beule an meinem Kopf. Natürlich musste ich den Auswuchs gleich selber abtasten und stellte fest, dass da tatsächlich ein doch schon beachtliches Horn vorhanden war – schmerzfrei und überhaupt nicht störend. Trotzdem wollte ich, dass mein Hausarzt sich dieses Prachtexemplar genauer anschaut.

In seiner Praxis musste ich dann feststellen, dass der Quacksalberkeinen Schimmer hatte, was auf meinem Kopf heranwuchs. So fing ich also an, mir Gedanken zu machen, und fand kaum mehr Ruhe. Zu allem Übel erklärte mir auch noch eine Praxisassistentin, dasssich gerne Tumore in der Kopfgegend einnisten – selbstverständlich gutartig und absolut harmlos. Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste ich wissen, um was es sich bei dieser Beule genau handelt. Kein Problem, Doktor Google hilft schnell und kompetent. «Beule am Kopf hart» in der Suchleiste eingegeben, und schon hatte ich Tausende Diagnosen – die meisten davon mit bösartigen und absolut tödlichen Befunden. Mit einem mulmigen Gefühl ging ich am Abend ins Bett, wissend, dass ich laut Google in den nächsten sechs Monaten diese Erde verlassen würde. «Cyberchondrie» ist der Name dieses Phänomens, bei dem sich der Mensch anhand von Internetdaten selbstständig eine Diagnose zusammenstellt. Zum Glück war das meine Krankheit. Denn wie sich diese Woche nach einem MRI herausstellte, ist mein Horn absolut harmlos.

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Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift