Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

    Woran Fische ihre Artgenossen erkennen
  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

    Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA
  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

    Pelz ist nicht gleich Pelz
  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

    Museum der Superlative

  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Vor Kurzem habe ich gelesen, dass eine Gruppe von Kapuzineraffen auf der Insel Jicarón vor der Küste Panamas in die Steinzeit eingetreten sei. Sie haben sich Werkstätten eingerichtet, wo «Hammer» und «Amboss» – für ihre Zwecke geformte und geeignete Steine – bereitliegen, um die harten Schalen von Nüssen und Meeresfrüchten aufzuknacken. Ebenfalls über die Tagespresse verbreitet wurde die Erkenntnis des Evolutionsbiologen Menno Schilthuizen, dass sich vermutlich in nur wenigen Jahrzehnten im unterirdischen Tunnelsystem der Londoner «Tube» verschiedene Unterarten der Culex pipiens – die Gemeine Stechmücke – entwickelt haben, die der unterirdischen Lebensweise perfekt angepasst sind und sich von ihren oberirdischen Artgenossinnen deutlich unterscheiden: Zum Beispiel dadurch, dass sie sich an Menschenblut laben statt am Blut von Vögeln, der Mücken-Leibspeise an der Erdoberfläche. Das hat der neuen Unterart den Beinamen «molestus», also «lästig» eingetragen.

Sie mag lästig erscheinen, aber die Culex pipiens molestus hat uns Menschen eines voraus: Sie scheint zu wissen, dass Evolution nicht funktioniert, wenn man sich die Erde untertan macht, sondern dass Fortschritt durch Anpassung stattfindet. Hoffentlich lernen wir das noch, bevor uns Affen und Mücken überholen.

John Micelli

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift