Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

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  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

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  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Ich war in Hamburg, wurde geschlagen, und es floss Blut. Passt doch zur Hansestadt an der Elbe, die man gerne mit prügelnden Männern, trostlosen Prostituierten, überhaupt abgetakelten Menschen verbindet. Aber auch mit einem brummenden Hafen, dem Geruch weiter Welt und enthemmter Lebensfreude. Egal welches Bild man von der windigen norddeutschen Metropole hat – wo ich übrigens zwecks Weiterbildung war – eines zeigen die Statistiken deutlich: Jahr für Jahr fallen mehr Touristen über sie her. Die Kurven bei den Beherbergungen bewegen sich zuverlässig nach oben. Was wiederum zur Folge hat, dass es in den Bars enger wird. Und hier geht es zu meiner Geschichte zurück.

In der Bar mit dem geschmackvollen Namen «Zur Ritze» hatte es nur noch an der Ecke gleich neben dem Boxsack Platz, auf den man für wenig Geld einschlagen durfte. Sie ahnen, was kommt? Genau: Ein schlecht platzierter Schlag und die Faust des betrunkenen, aber wie sich später herausstellte sehr netten Österreichers, landete in meinem Kreuz. Es gab Geschrei von mir, Blut vom Möchtegern­Boxer, weil er es auch noch geschafft hatte, seine Handfläche in die Eckkante des Tresens zu rammen, und am Schluss bierselige Harmonie. Das Grosse, das mir der unfreiwillige Schläger spendierte, geht letztlich aufs Konto des Massentourismus, der beliebte europäische Städte – in wechselnder Besetzung − seit Jahren heimsucht, oder?

Judith Hochstrasser

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift