Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

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  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

    Museum der Superlative

  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Vorletzten Montag habe ich mir eine Herberge in unserem Wohnzimmer gebaut. Ich habe den plumpen schwarzen Sessel aus meinem Arbeitszimmer rübergeschleppt und mich schon am gleichen Abend zwei Stunden reingesetzt, was etwas heissen will, denn in zehn Jahren habe ich praktisch nie auf ihm gesessen. Den Sessel habe ich damals angeschafft, weil mir die Vorstellung schön vorkam, vom Schreibtischdrehstuhl auf ihn hinüberzuwechseln, ein Buch aufzublättern, sinnend auf den Haselnussbaum vor dem Fenster zu blicken und irgendwelchen Gedanken nachzuhängen.

Das Bild, das man von der eigenen Existenz entwirft, ist meistens schön anzuschauen, aber nicht bequem, um in ihm zu sitzen. Seit nun mein Sessel wie ein Riesenbrikett im Wohnzimmer hockt, sitze ich nur noch auf ihm. Er ist perfekt platziert zwischen den Lautsprechern im Regal, aber meistens lese ich nur, das Lesen geht in ihm wirklich wie geschmiert. Ich habe mir ein nicht ganz passendes Lämpchen aus meinem Zimmer geholt und neben den linken Lautsprecher gestellt, das uns nun mit seinem Schein umhüllt. Die anderen, meine Liebsten meine ich, sehe ich jetzt viel häufiger, weil es mich ins Wohnzimmer zieht und weil ich in meinem Sessel mit dem Lampenschein drumherum so gemütlich allein sein kann, wie ich es ganz allein niemals könnte.

Andreas Nentwich

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift