Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

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  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

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  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist kein Spass–Gedränge, verspätete Züge und schlechte Luft können einem besonders im Feierabendverkehr schon einmal die Laune vermiesen. Dass da die üblichen Gepflogenheiten im zwischenmenschlichen Verhalten zunehmend auf der Strecke bleiben, darf nicht verwundern. Immerhin hat die Verrohung der Sitten manchmal auch ihre komischen Seiten. So, wie letzthin am Hauptbahnhof in Zürich, als ich beobachtete, wie ein jugendlicher Herr im hellbeigen Kamelhaarmantel, ein Seidenschälchen adrett um den Hals gewickelt, nervös mit seinem Regenschirm auf den Boden klopfend an der Perronkante auf und abmarschierte. Einen rechten Geck hiess man so jemanden früher, und ich erwog kurz, mich nach vorne zu wanzen, um zu sehen, wie der Nervolabile auf mein Vordrängeln reagieren würde.

Das erübrigte sich, denn als die Bahn einfuhr, machte sich, just als der Geckenhafte den Eingang auf der schmaleren Seite des Handlaufs erstürmen wollte, gleichzeitig ein rüstiger Rentner wieselflink von rechts heran. Es kam, wie es kommen musste – die beiden verkeilten sich ineinander und blieben in der Tür stecken. Auf dem Gesicht über dem Seidentüchlein spiegelten sich gleichzeitig Überraschung und Empörung – aber Zurückweichen kam nicht infrage. Dass Pendeln inzwischen Nahkampf ist, wurde mir klar, als beide Herren leise schimpfend in den Zug stolperten. Bloss nicht an Vorsprung verlieren!

Gabrielle Boller

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift