Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

    Woran Fische ihre Artgenossen erkennen
  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

    Pelz ist nicht gleich Pelz
  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

    Museum der Superlative
  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

    Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Der Fahrplanwechsel vor einem Monat hat mein perfektes Leben durcheinandergebracht. Der Bus fährt nach Fahrplan nun zwei Minuten später. Nach Fahrplan fährt er allerdings selten, und diese zwei Minuten fehlen mir dann am Umsteigebahnhof. Aus meiner perfekten Verbindung ist ein tägliches, banges Hoffen auf pünktliche Busse oder verspätete Züge geworden. Das ist natürlich kein Dauerzustand und schweren Herzens entschloss ich mich, auf den früheren Buszu setzen, um am Bahnhof zehn Minuten in der Kälte zu warten. Was habe ich geflucht vorigen Monat im Schneegestöber!

Dann entdeckte ich die Vorteile der Entschleunigung. Dank dervon ZVV, VBZ und SBB im Komplott ersonnenen Zwangspause, sehe ich nun jeden Morgen die Sonne blassorange über dem Gleisfeld aufgehen. Aus allen Richtungen fahren Züge ein und spucken Pendler aus, deren Gesichter ich neuerdings erkenne – schliesslich sind wir alle Leidensgenossen im Hamsterrad der Erwerbsarbeit. Manche Züge fahren mit hohem Tempo durch den Bahnhof zu ihren fernen Zielen und lassen mich von Ferien träumen, von Fahrten durch schöne Landschaften und aufregende Städte. Ein Güterzug voller französischer Neuwagen hält jeden Morgen auf Gleis6 – sind sie für kurvige Küstenstrassen in Ligurien vorgesehen oder für hektischen Kreisverkehr in Innsbruck bestimmt? Und warum komme ich eigentlich nie selbst auf die Idee, mir mehr Zeit zu nehmen, die Welt zu beobachten?

John Micelli

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift