Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

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  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

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  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Die Sonne scheint, es geht mir gut, das Herbstlaub strahlt mir in kräftigen Farben entgegen. Auf dem Waldweg, der in meinem Blickfeld liegt, wechseln sich sonnige und schattige Abschnitte kunstvoll miteinander ab. Ach ja, mal wieder einen richtig schönen Herbstspaziergang machen, denke ich, während ich aus meinem Bürofenster starre. Die letzten vier Tage hatte ich übrigens frei. Was habe ich gemacht? Jedenfalls keinen Herbstspaziergang. Ich sass in verschiedenen Räumen und habe gejammert: «Bald gibt es bestimmt einen Temperatursturz.» Und jetzt gibt es schon wieder Grund zu jammern: «Ich kann nicht auf den Waldweg, weil ich am Computersitze und schreibe.»

Ich verbuche dieses fürchterliche Verhalten einfach mal unter Herbst-Melancholie. Diese Form der Melancholie ist ja meine liebste. Nie ist die Jammer-Kulisse schöner. Versuchen Sie es doch auch mal. Setzen Sie sich mit einer warmen Tasse Früchtetee in der Hand ans Fenster und trauern Sie Tätigkeiten nach, die Sie problemlos hätten vollziehen können. Und jetzt: Mimimi off. So heisst das auf Neudeutsch, wenn man von einem Moment auf den anderen zu jammern aufhört. Ich denke, ich werde mich gleich mal vom Fenster wegdrehen, ein herbstliches Hintergrundbild auf meinem Computer einstellen und total fröhlich durch alle Texte wandern, die ich heute noch schreiben werde.

Eva Mell

Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift