Das katholische Wochenmagazin «Sonntag» gehört seit 1920 zu den wichtigsten Traditionstiteln der Schweiz.

  • Über Trumps Einfluss auf die Juden in den USA

    ANDREW SILOW-CARROLL

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  • Woran Fische ihre Artgenossen erkennen

    IM SCHWARM ZU HAUSE

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  • Museum der Superlative

    MADRIDER PRADO-MUSEUM

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  • Pelz ist nicht gleich Pelz

    PELZDEKLARATIONSVERORDNUNG

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  • Diese Woche

    Natürliche Alleskönner

    Algen machen Appetit!
    Und ausserdem: ✩ Neuer Bischof gesucht: Das Bistum Chur braucht eine Integrationsfigur mit Weitsicht ✩ Künstliche Intelligenz: Die EU plant den Einsatz eines KI-Lügendetektors ✩ Kinderspital Zürich: Illustrationen helfen den jungen Patienten, ihre Krankheit zu verstehen ✩

  • Letzte Woche

    GLÜCKLICH DANK RELIGION:

    Aktive Gläubige sind glücklicher als nicht religiöse Menschen
    Und ausserdem: ✩ Gesundheits-Wissen: Wer Bescheid weiss, weiss sich zu helfen ✩ Züri-Fondue: Ein Fertigfondue, das es in sich hat ✩ Verfälschte Kennzahlen: Die Steuertricks multinationaler Unternehmen ✩

  • Diese Woche
  • Letzte Woche

Gegenwärtig bin ich so beliebt wie schon lange nicht mehr. Umschwärmt wie ein Honigtopf, umworben wie … Sie wissen schon. Von allen Seiten werde ich angelächelt und mit Präsenten überhäuft, ich erhalte Briefe und manch einer macht sich für mich sogar zum Deppen. Dabei geschieht das Werben um mich meist auf ansprechendem Niveau, man nimmt mich ernst und traut mir kognitiv allerlei zu. Das alles schmeichelt mir natürlich sehr. Im Alltag ist man ja sonst eher ein Rädchen, Teil des Ganzen, immer schon da und nicht speziell wahrgenommen. Deshalb tut mir diese ausserordentliche Aufmerksamkeit gut und ich werde sie die verbleibenden Tage noch geniessen. Auch wenn ich weiss, dass die Strahlenden nicht mich als Person meinen, sondern meine Stimme – und auch nicht deren lieblicher Klang, sondern ganz profan die Bürgerstimme. Im Kanton Aargau sind im Oktober Gross- und Regierungsratswahlen, und ich bin nach dem Umwerben aufgefordert, mich zu entscheiden.

Das werde ich tun, denn wenn man mir das zutraut, bin ich ja offenbar fähig dazu. Deshalb schaue ich mir genau an, wer da alles warum meine Aufmerksamkeit möchte und lege für mich Kriterien fest, die die Auszuwählenden erfüllen müssen. Das beginnt mit einem freundlichen Lächeln, wichtiger ist mir aber, dass jemand Selbstgedachtes anbietet und nicht Nachgekautes. Wer mich nach gründlicher Prüfung persönlich und intellektuell überzeugt, den wähle ich sogar zweimal aus.

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Sonntag - die christliche Wochenzeitschrift